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Stress geht nicht weg

  • Autorenbild: Fabian Surrey
    Fabian Surrey
  • vor 21 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Tasse auf einer Fensterbank im Gegenlicht, ruhige Morgenszene als Symbol für innere Anspannung und fehlende Entspannung trotz äußerer Ruhe

Viele kennen dieses Gefühl nur zu gut. Manchmal ist es genau dieser Gedanke, der leise im Hintergrund mitläuft: Der Stress geht einfach nicht weg.


Nicht nach dem Wochenende. Nicht nach ein paar freien Tagen. Nicht einmal nach dem Urlaub.


Dann kommen diese Gedanken: Ich brauche Zeit. Mehr Zeit. Zeit für mich. Zeit mit Freunden. Zeit, um einfach mal zu entspannen.


Und manchmal ist äußerlich eigentlich alles in Ordnung. Der Kalender ist leerer. Die Aufgaben sind erledigt. Und trotzdem bleibt dieses innere Ziehen – eine Grundspannung, die nicht weicht. Der Körper scheint nicht zu merken, dass gerade nichts Dringendes mehr ansteht.


Viele fragen sich dann, ob sie etwas falsch machen. Ob sie sich nur mehr zusammenreißen müssten. Oder ob sie einfach „nicht gut abschalten können“. Das ist verständlich. Und ja – da ist sogar etwas dran. Und trotzdem greift es zu kurz.



Stress geht nicht weg – trotz Pause, Wochenende oder Urlaub


Stress verschwindet nicht automatisch, nur weil der äußere Druck nachlässt.

Der Körper reagiert nicht auf Kalender, sondern auf Erfahrung. Wenn er über längere Zeit gelernt hat, wachsam zu sein, bleibt dieses Muster oft bestehen – auch dann, wenn die Belastung längst vorbei ist.


Das zeigt sich oft ganz unspektakulär:


  • Der Schlaf bleibt flach oder unruhig.

  • Gedanken kreisen, obwohl nichts zu klären ist.

  • Entspannung fühlt sich anstrengend an.

  • Ruhe wirkt fast fremd.


In solchen Momenten ist der Körper nicht „kaputt“. Er ist vorsichtig – und weiter in Alarmbereitschaft.


Und dann taucht diese leise Frage auf: Warum fällt Entspannung so vielen von uns eigentlich so schwer?



Wenn der Körper in Alarmbereitschaft bleibt


Stress ist keine reine Kopfsache. Er ist eine körperliche Reaktion auf Reize, die Aktivierung auslösen.

Wenn diese Reize häufig oder dauerhaft auftreten – Termine, Verantwortung, innere Ansprüche – stellt sich das System darauf ein. Aktiv sein wird normal. Runterfahren wird ungewohnt.


Man sieht das manchmal sehr deutlich bei Kindern: Sie setzen sich ins Auto – und schlafen ein. Für viele Erwachsene ist das kaum noch vorstellbar. Nicht, weil etwas „falsch“ ist. Sondern weil unser System etwas anderes gelernt hat.


Wer lange funktioniert hat, wer Anspannung getragen oder durchgehalten hat, dessen Körper merkt sich: Wachsamkeit ist sicherer als Loslassen.


Deshalb bleibt der Stress oft, auch wenn objektiv alles ruhig ist. Das hat nichts mit mangelnder Disziplin zu tun. Und auch nichts mit fehlender Dankbarkeit.



Warum „sich erholen“ manchmal nicht reicht


Viele Erholungsversuche bleiben an der Oberfläche: Ausruhen. Ablenken. Durchhalten. Weitermachen. Das kann kurzfristig helfen. Aber wenn Stress tiefer sitzt, reicht das nicht. Dann bleibt der Körper im alten Modus – auch wenn der Alltag freundlich aussieht.


Deshalb sagen viele:


„Ich hatte frei – aber es hat nichts gebracht.“
„Ich war im Urlaub – und bin genauso müde zurückgekommen.“

Das ist kein persönliches Scheitern. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Körper noch nicht wieder Vertrauen gefasst hat. Der Körper braucht mehr als freie Zeit. Er braucht Signale von Sicherheit, Verlässlichkeit und Beziehung. Zeit mit sich selbst. Und – wenn möglich – nährende Verbindung mit anderen.



Ein erster, leiser Perspektivwechsel


Wenn Stress nicht weggeht, kann eine andere Frage helfen.


Nicht:Was mache ich falsch?


Sondern:Was hat mein Körper gelernt – und was braucht er jetzt wirklich?


Diese Frage öffnet Raum. Ohne Druck. Ohne Selbstvorwurf. Oft ist das der Anfang von etwas anderem als bloßem Funktionieren.



Wenn Stress bleibt, steckt oft mehr dahinter als der Körper allein. Psychotherapie, Atemarbeit oder Prozessbegleitung können neue Wege öffnen. Hier findest du passende Angebote – abgestimmt auf deinen Bedarf.


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