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Herzratenvariabilität (HRV) bei Stress und Asthma

  • 6. Okt. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Feb.

Person sitzt am Fenster und blickt in die Landschaft

Mein Weg zur Gesundheit


Seit vielen Jahren lebe ich mit Asthma. Lange habe ich es als rein körperliche Erkrankung verstanden. Erst über die Arbeit mit der Herzratenvariabilität – kurz HRV – begann ich zu begreifen, wie eng Atmung, Stress und Nervensystem miteinander verbunden sind.


Bevor ich meine Erfahrung beschreibe, ist eine Klärung wichtig.


Was ist Herzratenvariabilität?

Die Herzratenvariabilität beschreibt die zeitlichen Schwankungen zwischen einzelnen Herzschlägen. Das Herz schlägt nicht wie ein Metronom. Die Abstände variieren – abhängig von Atmung, Belastung, innerem Zustand.


Diese Schwankungsfähigkeit ist kein Fehler, sondern Ausdruck von Flexibilität. Je anpassungsfähiger das autonome Nervensystem arbeitet, desto höher ist in der Regel die HRV.


Warum Herzratenvariabilität (HRV) etwas über unser Nervensystem sagt

Eine höhere HRV steht meist für Regulationsfähigkeit. Das System kann zwischen Aktivierung und Ruhe wechseln.


Eine niedrige HRV hingegen wird häufig im Zusammenhang mit chronischem Stress, Schlafmangel oder dauerhafter Überlastung beobachtet.


Das bedeutet nicht: niedrige HRV = krank. Aber sie kann ein Hinweis darauf sein, dass das System unter Spannung steht. Und physiologisch ist das plausibel. Atmung, Herzfrequenz und Nervensystem sind eng gekoppelt.


Meine Erfahrung mit HRV und Asthma

Mit Anfang zwanzig erhielt ich die Diagnose Belastungsasthma. Sport bedeutete Unsicherheit. Mein Spray war ständiger Begleiter.


Jahre später begann ich, mich intensiver mit Regulation zu beschäftigen. Zunächst aus Interesse an Stressdynamiken. Erst später verstand ich, dass mein Asthma nicht isoliert betrachtet werden kann.


Als ich begann, regelmäßig kohärent zu atmen und meine HRV zu beobachten, bemerkte ich etwas Entscheidendes: Wenn mein System ruhiger wurde, wurde auch meine Atmung stabiler.


Die Anfälle nahmen ab. Nicht über Nacht. Nicht als Wunderheilung. Sondern schrittweise. Ich habe mein Asthma nicht „wegtrainiert“. Aber ich habe gelernt, mein Nervensystem besser zu verstehen.


Was HRV-Training leisten kann – und was nicht

HRV ist kein Leistungswert. Und kein Wettbewerb. Messgeräte können hilfreich sein. Sie zeigen Tendenzen. Aber sie ersetzen keine Wahrnehmung. Was ich heute als zentral erlebe, ist nicht das Tracking. Sondern die Regulation.


Regelmäßige, ruhige Atmung.

Bewegung im passenden Maß.

Schlaf.

Pausen.


HRV ist für mich weniger ein Optimierungs-Tool als ein Spiegel. Ein Hinweis darauf, wie flexibel mein System gerade ist.


Und manchmal reicht genau das: zu verstehen, dass Symptome nicht Schwäche sind – sondern frühe Hinweise eines Systems, das versucht, uns zu schützen.

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